Pinned Judas Priest - Die Biographie

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    • Judas Priest - Die Biographie

      JUDAS PRIEST:

      "Faster than a bullet / Terrifiyng scream/ Enraged and full of Anger" Diese Verse sind - wenn auch eigentlich nicht in diesem Kontext geschrieben - eine passende Beschreibung für die Musik von Judas Priest, der vielleicht wichtigsten Metalband dieses Planeten. Kaum eine andere Gruppe hat das Genre die Musik als auch das Image betreffend derartig geformt, wie die Herren aus Birmingham, die sich 1969 zur Band Judas Priest zusammenschlossen. Das Line-Up bestand damals aus Alan Atkins (Gesang), K. K. Downing (Gitarre), Ian Hill (Bass) und John Ellis (Drums). Bevor man allerdings erstmals mit einem Album an die Öffentlichkeit trat, tat sich noch einiges in der Besetzung. Besonders an den Drums gab es teilweise fast monatlich neue Mitglieder. Zum Debutalbum "Rocka Rolla" saß dann John Hinch hinter der Schießbude, zudem hatte man mit Glenn Tipton einen zweiten Gitarristen engagiert. Der bedeutendste Wechsel vollzog sich aber hinter dem Mikro, wo Alan ausstieg und Platz machte für den wohl großartigsten Sänger aller Zeiten: Rob "Metal God" Halford.

      Vom überragenden Potential dieses Mannes wie auch der gesamten Band war allerdings auf dem Erstlingswerk noch nicht viel zu erkennen, das Album enthielt ziemlich lahmen Blues/Psychedelic Rock und hatte noch überhaupt nichts mit den Priest zu tun, die später den Metal in seiner heutigen Form mitbegründen sollten. Mehr Aufmerksamkeit erregte dann schon das zwei Jahre später erschienene "Sad Wings Of Destiny", für das mittlerweile der schon zuvor für die Priester aktiv gewesene Alan Moore trommelte und das sich schon eindeutig in Richtung Heavy Metal à la Black Sabbath wandte, wobei man allerdings immer noch recht psychedelisch zur Sache ging, was dem Album etwas schadete. Dennoch hatte man einen großen Schritt in die richtige Richtung getan und mit "The Ripper" sogar den ersten echten Priest-Klassiker geschrieben.

      Diese Entwicklung sollte man in der Folge auch mit "Sin After Sin" fortsetzen können, welches noch stärker wurde und als erstes Priest-Album vorbehaltslos überzeugen konnte, was auch am energiegeladenen Drumming des neu in die Band gekommenen Simon Phillips festzumachen war. Einen Weltrekord erreichte man mit dem Anfangsscream zu "Dissident Aggressor", der den höchsten Ton darstellt, den je ein Mann auf einer Aufnahme eingesungen hatte (ein sechsfach gestrichenes gis) Mit diesem Album gelang es Priest auch erstmals, international Anerkennung als eine der besten Metalbands der ersten Stunde zu finden. Auch das folgende Album "Stained Class" mit Drummer Les Binks ging in dieselbe Richtung und legte den Grundstein sowohl für die NWoBHM als auch für den späteren Speed und Thrash Metal.

      Ebenfalls 1978 erschien "Killing Machine", das die Komplexität und Düsternis der Songs zurückschraubte und dafür einen deutlich geradlinigeren, härteren Ansatz verfolgte, sodass man die Vorgänger noch einmal übertraf und hier wohl vom ersten echten Priest-Klassiker sprechen kann, der mit einer Vielzahl an Hits zu überzeugen wusste und sicherlich zu den stärksten Alben der Siebziger überhaupt gehört. Mit "British Steel", auf dem man mit Dave Holland erneut einen neuen Drummer hinter dem Kit hatte, folgte dann wohl das bedeutendste Album Inder Karriere der Band. Den mit dem vorigen Album angebrochenen Stilwechsel führte man hier konsequent weiter, hatte mit "Living After Midnight", "Breaking The Law" und "United" gleich drei großartige Hits an Bord und auch der Rest des Albums viel demgegenüber kaum ab. Die Kritiker rühmten das Album und Judas Priest wurden zu umjubelten Stars.

      Mit dem Nachfolger "Point Of Entry" schielte man dann leider etwas zu sehr in Richtung Mainstream, verfügte dafür aber über eine bedeutend bessere Produktion als auf den vorigen Alben. Dennoch konnte man "British Steel" hiermit nicht erreichen. Voll auf Kurs war man allerdings schon wieder mit dem folgenden "Screaming For Vengeance". Das Album war das bis dato härteste und schnellste der Band und stellte sowohl in kommerzieller als auch in qualitativer Hinsicht ein ähnlicher Über-Hit wie "British Steel" und stellte einen Output dar, wie sie selbst in der boom-Phase des Metal nur von den wenigsten Bands erreicht wurden. Auch der Nachfolger "Defenders Of The Faith" fuhr große Erfolge ein, obwohl man stellenweise mittlerweile etwas progressiv zu Werke ging, sodass man nicht restlos überzeugen konnte, wenngleich das Album natürlich weit davon entfernt war, wirklich schlecht zu sein.

      Einen wahren Absturz stellte dann allerdings das folgende Album "Turbo" dar. Die Priester versuchten, auf der damals als "in" geltenden Glam Metal-Welle mitzureiten und verkommerzialisierten ihre Musik komplett, sodass das Endprodukt nur noch im Entferntesten an die noch kurz zuvor veröffentlichten Klassiker der Bandbiographie erinnerte und auch bei den Fans Stürme der Entrüstung auslöste. Hierauf versuchte man, mit "Ram It Down" seinen alten Stil wiederzufinden, leider klang das Album aber seltsam einfalls- und seelenlos und konnte, wenngleich man sich stärker präsentierte als auf dem Vorgänger, keine Rückkehr zu alter Stärke darstellen. Nach dem Album verließ dann mit Dave mal wieder ein Drummer die Band, für ihn kam Scott Travis zu den Priestern.

      In dieser Formation wurde dann das Werk aufgenommen, das die Rückkehr der Metal Gods in den Rock-Olymp darstellen sollte: "Painkiller". Das Album war so hart, schnell und unangepasst wie kein Priest-Album zuvor bot unsterbliche Metal-Hymnen und markierte die Rückkehr von Priest zur Klasse von "British Steel" und "Screaming For Vengeance", eventuell könnte man "Painkiller" sogar als noch stärker als die genannten ansehen; auf jeden Fall handelte es sich um eines der unzweifelhaft stärksten Alben, die jemals von irgendeiner Band veröffentlicht wurden. Leider sollte der Höhenflug jedoch nur von kurzer Dauer sein, da Rob die Band verließ. Hierauf lagen Priest zunächst auf Eis, bis man in Tim Owens glaubte, einen adäquaten Ersatz für seinen abhanden gekommenen Ausnahme-Sänger gefunden zu haben.

      Mit ihm wurde dann 1997 das Album "Jugulator" aufgenommen, auf dem sich die Priester noch einmal eine gute Ecke härter präsentierten als bisher gewohnt und auch erneut sehr überzeugen konnten, wenngleich Tim Rob natürlich nicht eins zu eins erstzen konnte und auch das Songwriting nicht mehr ganz auf dem Niveau der Bandklassiker war. Leider war aber genau das die Erwartung der Mehrheit der Fans gewesen, weshalb die Scheibe trotz ihrer Stärke neben Liebhabern auch viele Hasser fand und sicherlich das umstrittenste Priest-Scheibchen darstellt, obwohl im Laufe der Zeit mehr und mehr Fans die Klasse des Outputs anerkannten. Dennoch behielt man mit "Demolition" diesen Härtegrad bei, ging aber produktionstechnisch etwas back to the roots, was sehr zu gefallen wusste. Leider konnte man aber gleichzeitig auch nicht davon lassen, einige Elemente des damals angesagten Nu Metal mit einfließen zu lassen, die aber auf dem Album völlig deplaziert wirkten und vieles kaputtmachten´, weshalb man qualitativ eindeutig unter das Niveau des Vorgängers zurückfiel.

      In der Folge musste dann Tim seine Koffer wieder packen, da, wie es sich viele Fans sehnlich gewünscht hatten, Rob in die Band zurückkehrte. Mit ihm erschien "Angel Of Retzribution" und dann 2008 "Nostradamus", wobei man auf letzterem leider einen kompletten Stilbruch beging, inde´m man versuchte ein Konzeptalbum in Form einer Art Musical über den namensgebenden Philosophen zu schaffen, auf dem man auf Chöre und Keyboards zurückgriff und so gnadenlos baden ging wie zuletzt mit "Turbo". Auf der Scheibe stimmte kaum etwas und entsprechend wurde es auch verrissen. Kurz darauf verließ dann K. K. die Band und wurde durch Ritchie Faulkner ersetzt, der aber weder live noch auf dem folgenden "Redeemer Of Souls" ein ernsthafter Ersatz für den Mann war, der zusammen mit Glenn das wohl beste Gitarrenduo der Welt gebildet hatte. Besonders auf Platte merkt man den Priestern auch mittlerweile das Alter an, sodass das letzte Album zwar besser war als "Nostradamus", trotz einiger guter Songs aber nicht über das Niveau von "Angel Of Retribution" hinauskam und Priest wohl so langsam in Richtung Rente dümpeln dürften.
      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...

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