The Wings Of War

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    • The Wings Of War

      Overkill - The Wings Of War:

      Es gibt heutzutage nicht mehr viele Bands im Thrash Metal-Sektor, die ähnlich produktiv neue Alben veröffentlichen wie die New Yorker Veteranen von Overkill. Knappe zwei Jahre ist der letzte Output "The Grinding Wheel" alt und schon liegt das mittlerweile neunzehnte Album der Herren um Bobby Blitz vor. "The Wings Of War" heißt das gute Stück und soll den etwas schalen Eindruck, den der teilweise zu langatmige und generische Vorgänger hinterlassen hat, wieder geraderücken. Optisch prangt auf dem Cover einmal mehr das Band-Maskottchen Shaly, diesmal sogar in mehrfacher Ausführung, trotzdem stellt das Cover des Longplayers wohl eines der schwächeren in der Geschichte von Overkill dar; da kennt man von der Truppe normalerweise doch deutlich einfallsreichere Darstellungen. Aber letzten Endes ist die Optik für so einen Review ja auch bestenfalls zweitrangig und daher muss natürlich der Blick vor allem auf die zehn hinter dem Cover verborgenen Stücke gelegt werden.

      1. Last Man Standing:
      Die Opener schockt den geneigten Hörer erstmal mit ungewohnten Elektro-Klängen, findet sich dann aber zum Glück schnell und geht ordentlich in die Vollen. So will man Overkill hören - schnell, wesentlich straighter als auf dem Sieben-Minuten-Monster, das die letzte Scheibe eröffnen durfte, gleichzeitig im typischen New Yorker Stil Punk-getränkt, aber doch mit einer Melodiösität, die eher an die NWoBHM denken lässt und die man von der Band auf den letzten Alben eher weniger zu hören bekommen hat. Alles in allem ein sehr stimmiges Paket, das voll zu überzeugen weiß!
      8/10 Punkte

      2. Believe In The Fight:
      Und mit einem geradlinigen Thrasher geht es auch direkt weiter. Auch hier macht die Band keine Gefangenen, feine musikalische Einzelleistungen und ein flottes Tempo diktieren eine weitere starke Nummer. In der Bridge wird dann das musikalische Konzept noch einmal auf interessante Art und Weise abgewandelt und es folgt ein Mosh-Part, der fast ein wenig an die Kollegen von Exodus erinnert und live unter Garantie den einen oder anderen Abriss bedingen wird. Starker Song!
      7/10 Pkt.

      3. Head Of A Pin:
      Nach der eröffnenden Nummer war "Head Of A Pin" die zweite Single-Auskopplung aus "The Wings Of War" gewesen, kann aber leider das Niveau der beiden vorigen Nummern kaum halten. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, mir diese mehr noch als der Opener nach traditionellem Heavy Metal schreiende Nummer schön zu hören, aber letztlich ist die ganze Chose hier wesentlich zu uninspiriert und mäandert ohne erkennbare Marschrichtung im Midtempo umher. Nicht wirklich schlecht, aber doch nur Mittelmaß.
      6/10 Pkt.

      4. Bat Shit Crazy:
      Aber dieser kleine Ausreißer ist schnell vergessen, denn "Bat Shit Crazy" ist absolute Overkill-Essenz. Noch typischer nach D.D. Verni und seinen Mannen kann ein Song nicht klingen, feine Variationen im Riffing und der unverkennbare Gesang von Bobby, der auch auf diesem Album einmal mehr eine absolut großartige Leistung abliefert, die nicht daran denken lässt, dass der Herr bald seinen sechzigsten Geburtstag feiert, sorgen für das richtige Feeling, um die Scheibe wieder auf Fahrt zu bringen.
      7/10 Pkt.

      5. Distortion:
      Hatte ich schon erwähnt, dass sich auf dem Album starke Anleihen beim Heavy Metal britischer Spielart finden? Auch Track Nummer fünf bedient sich im Riffing wieder bei den stilistischen Vorfahren der Thrash-Bewegung, hat aber trotzdem genügend Power, um als starke Overkill-Nummer durchzugehen. Das Solo fügt sich ausgesprochen gut in den Track ein und steht beispielhaft für die vorbildliche Gitarren-Arbeit, die auf dem gesamten Longplayer einmal mehr vorherrscht.
      7/10 Pkt.

      6. A Mother's Prayer:
      Die zweite Hälfte des Albums wird vom kürzesten Song auf "The Wings Of War" eröffnet. Flott, kompakt und mit coolem Riffing legt die Nummer los und kann wiederum überzeugen. D.Ds stets etwas an Lemmy Kilmister erinnerndes Bass-Spiel liefert eine solide Grundlage und setzt genau die nötigen Akzente, um den Song kurzweilig zu halten und nicht ins Mittelmaß abzurutschen. Gefällt!
      7/10 Pkt.

      7. Welcome To The Garden State:
      Zu diesem Song ist am Tag des Erscheinens des Albums noch ein Video veröffentlicht worden. Overkill verbeugen sich lyrisch vor New Jersey und entsprechend ist der Song mit verschiedenen textlichen und sonstigen Anspielungen versehen. Musikalisch stellt diese Nummer diejenige auf dem Album dar, die die stärksten Punk-Einflüsse aufweist, im Prinzip handelt es sich hier um einen verkappten Hardcore-Track. Wer auf Gute-Laune-Metal steht, für den mag dieser Song das Richtige sein, von Overkill jedoch ist man so etwas nicht gewohnt und leider passt es auch nicht wirklich. Eine eher verzichtbare Nummer, wenngleich man live damit sicherlich abräumen kann.
      6/10 Pkt.

      8. Where Few Dare To Walk:
      Auf dieser Nummer versucht sich die Band an einem bedrohlichen, atmosphärischen Song, was aber eher nur bedingt gelingt. Sicher, das marschierende Grundriff kommt durchaus amtlich, aber unter dem Strich läuft der Track doch weitestgehend nur vor sich hin, ohne den Hörer wirklich mitzunehmen. Dieser Song hätte auch auf "The Grinding Wheel" stehen können - und es hat einen Grund, warum selbiges nicht zu den besten Alben der Band gehört.
      5/10 Pkt.

      9. Out On The Road-Kill:
      Eine wiederum sehr punkig anmutende Nummer. An sich ist das ja beileibe nichts schlechtes, doch kommt dieser Track schon sehr simpel daher. Fans der ganz frühen Sachen von Overkill werden hier wahrscheinlich frohlocken, wer die Band aber ab der "Under The Influence" lieber mochte, wird hier nur bedingt auf seine Kosten kommen, zumal Bobbys Gesangslines hier selbst für geübte Ohren stellenweise schon etwas gewöhnungsbedürftig klingen.
      5/10 Pkt.

      10. Hole In My Soul:
      Und auch der abschließende Song kommt leider über das Prädikat "mittelmäßig" nicht hinaus. Bemerkenswert ist hier wie auf dem ganzen Album die Schlagzeug-Performance von Jason Bittner. Der Neuzugang stellt für die Band sicherlich eine Verstärkung dar, andererseits führt gerade sein sehr dominantes Spiel in Verbindung mit dem sehr modernen und Drum-lastigen Sound des Albums dazu, dass einige feine Gitarren-Parts nicht direkt beim ersten Hördurchgang zünden können.
      5/10 Pkt.

      Fazit:
      Vorne hui, hinten pfui - so muss man "The Wings Of War" leider charakterisieren. Während auf der ersten Alben-Hälfte zwar ein echter Über-Hit fehlt, man aber ansonsten auf dem besten Weg ist, ein echtes Hammer-Album abzuliefern, das wieder an die Großtaten zwischen 2010 und 2014 anschließen kann, findet sich auf der B-Seite beinahe nur noch Ausschussware. Unter dem Strich hat man zwar die Langatmigkeit von "The Grinding Wheel" hinter sich gelassen und befindet sich damit auf dem richtigen Weg, auch, da man sich, was die Länge der einzelnen Songs anbelangt, wieder etwas eingeschränkt hat, doch nachhaltig herausragen wird "The Wings Of War" aus dem allzu umfangreichen Backkatalog der Gruppe wohl eher nicht. Schade, denn Songs wie "Last Man Standing" hätten durchaus das Potenzial gehabt, ein großes Album zu tragen.
      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...

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