Konzertreview: Alice Cooper + Black Stone Cherry live @ Olympiahalle München 2019

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    • Konzertreview: Alice Cooper + Black Stone Cherry live @ Olympiahalle München 2019

      Wenn langhaarige Gestalten und leicht ergraute Herrschaften fortgeschrittenen Alters gleichmütig in Scharen Richtung Olympiagelände pilgern, kann man davon ausgehen, dass wieder eine große Hard Rock-Ikone der Siebziger ihr Stelldichein in München gibt - so auch heute, als Alice Cooper einmal mehr Bayern unsicher machte. Black Stone Cherry als Opener waren eine typische Vorband, die man halt mitnimmt, weil sie eben zufällig spielt. Der Southern Rock der Amis lädt durchaus dazu ein, mit dem Fuß mitzuwippen, zu mehr reicht die musikalische Qualität aber nicht - und völlig unkontrolliertes Herumgehopse auf der Bühne macht einen Auftritt zwar sicher unterhaltsam, nicht aber zwangsläufig besser.

      Nach einer Dreiviertelstunde war der Gig aber auch schon wieder vorbei und Alice Cooper lud ins aufwändig aufgebaute Nightmare Castle - und wie! Schon bei der Eröffnung mit den Krachern "Feed My Frankenstein" und "No More Mr. Nice Guy" hatte man das Gefühl, dass die Temperatur in der Olympiahalle schlagartig um mindestens fünf Grad gestiegen sei - und wenn dann den ganzen Gig hindurch weiterhin Hits von "He's Back (The Man Behind The Mask)" bis "I'm Eighteen" in Reihe geschossen werden, kann ein Konzert nur noch gut werden. Unvergesslich wird es jedoch dann, wenn neben diese musikalische Leistung auch noch eine großartige Show tritt. Sicher, Kiss ziehen ihre Darbietung größer auf, Lordi ziehen das Horror-Image konsequenter durch und King Diamond ist atmosphärisch dichter, aber niemand schafft es, eine so stimmige Show abzuliefern und so sicher die Balance zwischen Bombast, Horror und einem leichten Augenzwinkern zu behalten wie der Shock Rock-Opa selbst. Die Guillotine, Frankensteins Monster, die "Geldscheine", die via Artillerie ins Publikum geschossen werden - alles war einmal mehr aufgefahren worden (lediglich die berühmte Boa Constrictor hatte offenbar Terrariums-Arrest bekommen) - und mittendrin steht der wohl charismatischste Mann, der in der harten Musik überhaupt zu finden ist. Man kann nur hoffen, dass der gute Herr noch öfter die Chance hat, wieder in München einzukehren, denn solche Erscheinungen gibt es außerhalb seiner Generation nicht mehr - und doch ist Rock And Roll so sehr auf sie angewiesen.
      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...

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