Kotzer der Woche #30: Holy Moses - Verfolgungswahn

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    • Kotzer der Woche #30: Holy Moses - Verfolgungswahn

      Holy Moses können getrost als eine der unterbewertetsten deutschen Thrash Metal-Bands gelten und hätten einen Platz unter den Granden des Teutonen-Thrash sicherlich mehr verdient als ihre Kollegen von Tankard. Gründe für die häufige Unterschlagung dieser Band gibt es viele: die zwischenzeitliche Auflösung der Gruppe in den Neunzigern, seither viele Wechsel im Line-Up, die im Vergleich zu den Großtaten der Achtziger vielleicht doch etwas geminderte Qualität der aktuellen Alben - aber eben auch Songs wie den hier aufgeführten, bei dem die Gemütslage des Hörers irgendwo zwischen Lachen und Weinen oszilliert.

      Allgemein war die "Disorder Of The Order"-Scheibe von Holy Moses eigentlich eine runde Angelegenheit. Nach dem missratenen "No Matter What's The Cause" und dem folgenden achtjährigen Hiatus der Band meldete man sich mit einem zwar nicht überragenden, aber doch amtlich Arsch tretenden Album zurück und hatte mit dem Titelsong sogar einen echten Brecher parat. Deutliche Abzüge gab es eigentlich nur für den (abgesehen vom Outro) letzten Song des Albums, "Verfolgungswahn". Nun bin ich allgemein kein Fan von deutschsprachigen Texten im Metal und finde, diese Domäne könnte man eigentlich auch komplett Rammstein überlassen. Doch zum Kotzer wird ein Song da, wo selbiger Text dann auch noch auf einem lyrischen Niveau angelegt ist, bei dem die berühmten Dichter und Denker unseres Landes wohl ausnahmslos im Grab rotieren. Sicher, grade deutsche Thrash-Institutionen der Achtziger tendieren dazu, in ihren englischsprachigen Lyrics auch kein höheres Niveau anzuschlagen, aber da ist man solche textlichen Spasmen einerseits gewöhnt und bekommt sie andererseits nicht gerade noch in der eigenen Muttersprache ans Ohr getragen. Bei solchen Eskapaden in deutscher Sprache jedoch steigt der Cringe-Level dann doch in ungeahnte Sphären. Wenig positiv wirkt sich zudem aus, dass der Song auch musikalisch mit weitestgehender Monotonie aufwartet und selbst bei Missachtung des Textes eigentlich nur B-Seiten-Qualität aufweist. Zum Glück blieb die Nummer der einzige deutschsprachige Song in der Bandgeschichte von Holy Moses und kann wohl als absoluter Tiefpunkt der Band-Geschichte gelten.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...

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