Traditional Thursday #31-40: Die TOP 10 Teutonic Thrash Metal Alben!

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    • Traditional Thursday #31-40: Die TOP 10 Teutonic Thrash Metal Alben!

      Eine große Neuerung gibt es diesmal zum Traditional Thursday zu vermelden: Nachdem nämlich bisher jede Woche ein Song geposted wurde, der gewissermaßen für sich selbst stand, möchte ich die kommenden zehn Wochen nutzen, um mich einem speziellen Thema etwas tiefgehender zu widmen. Ich orientiere mich dabei an der Idee von Flo, der Ähnliches schon im Vorfeld des Crewsade Of Metal bereits gemacht hat, bringe die Aktion dabei aber auf ein neues Level, indem ich direkt eine Rangliste erstelle, wobei nicht jeder Song seinen eigenen Thread bekommt, sondern alle zehn Nummern hier in diesem Thread Platz finden und somit auch später angenehm durchzuscrollen sein werden.

      Thema soll dabei der Teutonen-Thrash sein, von dem ich euch meine TOP 10-Alben aller Zeiten vorstellen möchte. Die deutsche Thrash-Szene war immer eine der international führenden und in über 35 Jahren ihres Bestehens ist eine Vielzahl toller Alben entstanden, sodass es gar nicht so leicht war, tatsächlich zehn Stück auszuwählen. Ich habe mich letztlich trotzdem dazu entschieden, mich nicht zeitlich auf eine bestimmte Dekade festzulegen und auch Mehrfach-Nennungen von Bands zuzulassen. Alles in Allem gibt es halt doch bestimmte Gruppen, die musikalisch einfach nochmal eine Klasse besser sind als der Rest und das darf so eine Liste ja dann auch wiederspiegeln. Beginnen wir also mit

      Platz 10: Exumer - The Raging Tides:

      Exumer sind wahrscheinlich die am stärksten unterbewertete Band überhaupt im deutschen Thrash Metal und müssten eigentlich jederzeit in einem Atemzug mit den Granden des deutschen Thrashs genannt werden, zumal die Gruppe nicht nur in den glorreichen Achtzigern abräumen konnte, sondern auch auf ihren aktuellen Werken eine Qualität zeigt, die sich in ihrem Genre vor nichts zu verstecken braucht. Das beste Beispiel dafür ist "The Raging Tides", ein absolut gnadenloses, geradliniges Thrash-Brett, das die Frankfurter 2016 auf die Welt losließen. Stilistisch sehr ähnlich wie ihre Kollegen von Destruction bolzt sich der Hessen-Fünfer durch zehn Songs, die nun wirklich einen jeden, der nicht bereits seit Jahren tot ist, zum exzessiven Headbangen animieren. Die Songs sind dabei durchwegs recht kurz gehalten, sodass "The Raging Tides" in gut einer halben Stunde über die Runden kommt, aber mehr braucht es auch gar nicht, um dem Hörer und sämtlichen Nachwuchs-Bands zu beweisen, wie eine ordentliche Kelle Traditional Thrash zu klingen hat. Alles steht und fällt dabei mit Gitarren-Mastermind Ray Mensh, der geile Riffs en masse aus dem Ärmel schüttelt, als sei das überhaupt nichts, und der das perfekte Fundament für die knarzige, aber stets kraftvolle Stimme von Mem von Stein legt. Ein Song wie "Brand Of Evil" muss einfach jedem Thrasher die Freudenröte ins Gesicht schießen lassen und "Welcome To Hellfire" wartet in der Bridge mit einem so unerwarteten wie effektiven Midtempo-Riff auf. Der bekannteste Song des Albums dürfte wohl "Catatonic" sein, das aber gegen "Sinister Souls" keinen Stich macht. Meine Wahl für den letztlichen Song des heutigen Tages war jedoch der Titel-Song des Albums, der als Opener sofort klar stellt, in welche Richtung hier nur und ausschließlich marschiert wird. Hier stehen alle Tacho-Nadeln auf Vollgas und die Gangshouts im Refrain versetzen den Hörer umgehend zurück ins Jahr 1985, als Slayer noch die härteste Band der Welt waren und man mit solcher Musik hier die Poser aus der Dorf-Kneipe vertreiben konnte. So, und damit damit sei die Freigabe zum Headbangen endlich erteilt!

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...
    • Platz 9: Holy Moses - Finished With The Dogs:

      Holy Moses sind eine Band, die heutzutage beinahe noch mehr als Exumer leider völlig untergeht, wenn von deutschem Thrash Metal die Rede ist; das aber völlig zu Unrecht, denn während der aktuelle Output der Gruppe tatsächlich eher im mittleren Qualitätssegment rangiert, ist ihr Frühwerk bis hinein in die Neunziger doch über jeden Zweifel erhaben. Dabei stellten Holy Moses in der deutschen Thrash-Szene der Achtziger sicherlich ein Unikum dar, nicht nur, weil sie mit Gründungsjahr 1980 (!) die wohl älteste Band des Genres in Deutschland darstellen oder weil sie auf ihrem Demo "Black Metal Masters" aus demselben Jahr diese Genre-Bezeichnung noch vor Venom einführen konnten, nein, auch der Rückgriff auf weibliche Vocals war in der damaligen Zeit - noch dazu in der hier dargebotenen Brachialität - eine absolute Innovation. Musikalisch regierte nach der typisch deutschen, rabiaten Schule, wie sie auch Destruction oder Kreator verkörperten, klingender Thrash, der allerdings auch nicht vor einigen Hardcore-Anleihen in Form von Gangshouts und ultra-schnellen Vocals zurückschreckte und damit eine äußerst effektive Melange erzeugte, die Holy Moses zu einer der härtesten Bands dieser Zeit machten. Das Debütalbum der Band von 1986 platzierte das Quartett eindrucksvoll auf der Metal-Landkarte, das Meisterwerk gelang den Aachenern jedoch mit ihrem Zweitling "Finished With The Dogs", der ein Jahr später erschien. Hatte der Vorgänger noch leicht in Richtung Venom geschielt, so regierten hier endgültig rasende Tempi und messerscharfe Riffs, nur ganz selten wird das Tempo etwas gedrosselt, wie beispielsweise beim schleppenden "Fortress Of Desperation". Ansonsten aber gibt es auf dem Album kein Halten; "Life's Destroyer" drückt den Hörer noch heute geradezu ins heimische Kanapee, "Six Fat Women" wartet wohl mit dem stärksten Punk-Einschlag des Album auf. Dass bei aller Brutalität auch Eingängigkeit nicht zu kurz kommt, beweist "Current Of Death" mit seinem hörenswert gespenstischen Refrain. Der größte Klassiker des Albums ist aber sicherlich der Titelsong, der auch als Opener fungiert und mit dem die Gruppe gleich zu Beginn aber mal so überhaupt keine Gefangenen macht. Unter dem Strich kann aber kein Zweifel sein, dass sämtliche der zehn Songs, die hier binnen gut dreißig Minuten an einem vorbeiprügeln und -rumpeln zum Besten gehören, was der europäische Thrash Metal je hervorgebracht hat. Nicht umsonst führte dieses Album dazu, dass Holy Moses als erste deutsche Thrash Metal-Band lange vor Kreator oder Anderen einen Vertrag bei einem Major-Label, namentlich WEA, erhielten, und ohne ihre konsequente Weigerung, in irgendeiner Weise softer oder massenkompatibler zu werden, liegt der Gedanke nicht fern, dass Holy Moses auch heute durchaus kommerziell führend im Teutonic Thrash Metal sein könnten.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...
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      Platz 7: Kreator - Hordes Of Chaos:

      Nachdem Deutschlands wohl bekannteste Thrash Metal-Gruppe mit den Neunzigern ein echtes Seuchen-Jahrzehnt mit Ach und Krach hinter sich gebracht hatte, konnten die Essener im neuen Jahrtausend wieder mit einigen äußerst hochwertigen Alben aufwarten, die auch die Oldschool-Fans wieder zufriedenstellten. Deren bestes ist sicherlich das 2009 erschienene "Hordes Of Chaos". Im Vergleich zu den direkten Vorgängern hatte man sich nicht zuletzt auch auf dem Gebiet der Produktion des Albums verbessert, sodass "Hordes Of Chaos" mit einem wesentlich organischeren Klanggewand auf als die teilweise etwas klinisch-steril tönenden letzten Alben davor aufwarten konnte. Doch auch musikalisch trifft "Hordes Of Chaos" zu hundert Prozent ins Herz jedes Thrash Metallers. Wie alle neueren Kreator-Outputs wartet auch dieses Album mit einer ordentlichen Portion Melodie auf, die jedoch von Mille Petrozza mit einer gehörigen Portion Wut und Aggression ausgeglichen wird, während Ventor seine Vordermänner immer wieder unbarmherzig in höchste Geschwindigkeitsgefilde jagt - so beispielsweise bei "Amok Run", das genauso gut von den Kollegen von Sodom hätte sein können. Auch "War Curse" ist, an zweiter Position der Tracklist, ein echtes Highlight, das auch Slayer gut zu Gesicht gestanden hätte. Und wenn das Album schon fast zu Ende ist, folgt nach einem eher unspektakulären Instrumental noch "Demon Prince", eine Hymne, die Härte und Epik in genau richtigem Maße miteinander vereint. Als Song des Tages empfehle ich heute jedoch den Opener und Titeltrack, der seit über zehn Jahren einen absoluten Klassiker im Band-Katalog darstellt und auf keinem Live-Gig fehlen darf.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...

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