Kotzer der Woche #34: AC/DC - Stormy May Day

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    • Kotzer der Woche #34: AC/DC - Stormy May Day

      Ich darf heute einmal mehr einen Kotzer der Woche präsentieren und habe mich dazu entschlossen, in diesem Zusammenhang mal wieder einen der ganz großen Namen unseres Genres in einer eher suboptimalen Verfassung zu zeigen. Dass AC/DC zu den absolut unangefochtenen Größen des Hard 'N' Heavy-Circus gehören, dürfte wohl niemand, der seine Sinne noch halbwegs beisammen hat, bezweifeln wollen. Ebenso kann es aber als Konsens gelten, dass Australiens erfolgreichster Musik-Export nach den Siebzigern und frühen Achtzigern nur noch selten an die Klasse heranreichte, die man auf dem Höhepunkt seines Schaffens regelmäßig erreichte. Ein letztes Mal machte "The Razor's Edge" 1990 als bemerkenswertes und wichtiges Album von sich Reden, darauf aber verlor sich der Fünfer aus Down Under zusehends im Mittelmaß.

      Unter den vier nach 1990 veröffentlichten Alben muss man "Black Ice" beinahe noch eine gehobene Position einräumen. Immerhin hatte man hier mit "Rock 'N' Roll Train" und "War Machine" zumindest zwei veritable Hits an Bord, während die direkten Nachbarn in der Band-Diskographie, "Stiff Upper Lip" respektive "Rock Or Bust" komplette Rohrkrepierer darstellten. Auf der anderen Seite findet sich gerade auf dem 2008er Machwerk der Band ein Gutteil des schlechtesten Materials, das AC/DC je veröffentlicht haben. Songs wie "Big Jack" oder "Rock 'N' Roll Dream" sind einer so verdienten Band eigentlich unwürdig. Letztlich fiel die Entscheidung für den heutigen Kotzer bei mir aber zwischen "Anything Goes" und dem hier vorgestellten Track. Beide Songs wären als Kotzer absolut legitim: Erstere Nummer ist eine derart poppig-zuckrige Angelegenheit, dass Jon Bon Jovi die Füße einschlafen vor Langeweile, während "Stormy May Day" einfach jeglicher Drive fehlt.

      Und das ist im Prinzip auch schon alles, was sich über diese Nummer sagen lässt: Hier gibt es keine Riffs, keine Griffigkeit, keine Richtung, ein Luschen-Riff vor dem Herrn und am Ende sitzt man da und hat drei Minuten seiner Lebenszeit verschwendet, ohne irgendeinen Mehrwert daraus zu ziehen. Ich weiß nicht, was für eine Art Mensch man sein muss, um aus so einem emotionslos-eintönig heruntergespielten Brei Freude zu ziehen, ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass ich dem entsprechenden Zielpublikum nicht angehöre, und wage dasselbe auch über den Großteil der Hard Rock-Gemeinde zu behaupten. Hätten AC/DC vor zwölf Jahren ihr Album einfach auf die üblichen zehn Songs gekürzt, anstatt mit solchem B-Seiten-Material die Spielzeit zu füllen, könnte man von "Black Ice" heute vielleicht tatsächlich als gelungenem Album reden - und müsste sich zudem nicht mit derlei Kotzern herumplagen. Ein trauriger Fall kompletter Einfalls- und Inspirationslosigkeit, aber sollte die Band tatsächlich in Bälde nochmal ein Album veröffentlichen, besteht ja durchaus die Aussicht, auch weiterhin in den zweifelhaften Genuss solcher Darbietungen zu kommen.

      Strapped on the table
      The operation begins
      Caught in the fable
      The doctor is in...

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