Pinned Venom - die Biographie

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    • Venom - die Biographie

      VENOM:

      So, hier also der Thread für die wohl bekannteste und kultigste Black Metal-Band überhaupt: Venom.

      Die Band wurde Ende der Siebziger in England gegründet, als sich Mantas und Abaddon auf einem Judas Priest-Gig kennenlernten. Schnell hatte man sich noch drei weitere Musiker ins Boot geholt und sich böse klingende Pseudonyme zugelegt und begann harte Musik mit einem satanischen Image zu machen. Die Anfangsphase war noch geprägt von einigen Besetzungswechseln, so verließ der ursprüngliche Sänger Jesus Christ die Band bald wieder, wofür der bisherige Gitarrist Cronos ans Mikro wechselte. Als der Band dann auch noch der Bassist abhanden kam übernahm Cronos auch diesen Part und so stand 1980 das Line-up, mit dem Venom Geschichte schreiben sollten, namentlich: Cronos (Gesang und Bass), Mantas (Gitarre), Abaddon (Drums).

      Ein Plattenvertrag mit Neat Records war dann auch schnell gefunden und so stand der Veröffentlichung des Debut-Albums "Welcome To Hell" nichts mehr im Wege. Die Scheibe schlug ein wie eine Bombe. Noch nie zuvor hatte es eine Band gewagt, eine derart brutale Musik zu spielen und einen derart lärmigen Sound zu verwenden. Dazu kam das satanistische Image mit Rückwärtsbotschaften in den Texten, Pentagramm auf dem Plattencover und den Musikern, deren wahre Namen niemand kannte. Man muss sich dafür vor Augen führen, dass diese Scheibe 1981 erschien, wo sich außer Black Sabbath noch niemand mit derartigen Themen befasst hatte und diese taten das wesentlich weniger ernsthaft und fuhren auch musikalisch eine deutlich gemäßigtere Schiene. Während die Kirche und besorgte Eltern die Band am liebsten verboten hätten, setzte unter der sich gerade entfaltenden Metal-Bewegung jedenfalls ein regelrechter Venom-Hype ein, das Album wurde den Herren aus Newcastle geradezu aus den Händen gerissen.

      Ungebrochen blieb der Erfolg auch mit der zweiten Platte der Engländer, "Black Metal". Auf diesem Album erreichten Venom nicht nur musikalisch eine noch höhere Stufe und verliehen ihrem Stil noch ein paar Ecken und Kanten mehr, sondern fanden zugleich auch die passende Bezeichnung für ihre eigene Musik - ein Genre war geboren. Und der Erfolg der Band wollte nicht abreißen. Auch das nächste Album "At War With Satan" wurde ein Alltime-Klassiker, den wohl jeder ernstzunehmende Black Metaller schon gehört hat. Alleine der 20-minütige Titeltrack - eine Länge, die in der damaligen Zeit übrigens noch ein absolutes Novum war - gehört mit zu Feinsten, was in der Schwarzmetall-Szene je das Licht der Veröffentlichung erblickt hat. Venom waren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen und spielten Shows, bei denen wahlweise Exodus, Slayer oder Metallica (!) als Anheizer für die Briten fungierten.

      Doch wer hoch fliegt, kann tief fallen und genau das war bei Venom der Fall. "Possessed" konnte nicht mehr mit den Vorgängern mithalten und Venom, die bisher die ganz klar führende Band auf dem Gebiet des Extreme Metal waren, wurden von Truppen wie Metallica, Exodus oder Bathory überholt. Nun zeigten sich auch die Risse in einer Band, deren Mitglieder nur musikalisch zueinander passten, persönlich aber alles andere als gute Freunde waren. Nach und nach verließen alle Ursprungsmitglieder die Band und die Qualität der musikalischen Outputs nahm von mal zu mal ab. 1992 war dann der Tiefpunkt erreicht und Venom lagen nach "The Waste Lands" endgültig auf Eis.

      Erst vier Jahre später erfolgte die Wiederaufnahme der Bandtätigkeit und zwar - auf vielfachen Fanwunsch hin - wieder im originalen Line-Up. Die 1997 erschienene Scheibe "Cast In Stone" war dann auch prompt wieder ein amtliches Machwerk, das zwar nicht mit den Klassikern der Achtziger mithalten konnte, aber doch eine gewisse Wiedergeburt der Band darstellte. Auch das nachfolgende "Resurrection" konnte dieses Niveau halten, auch wenn Abaddon zu diesem Zeitpunkt schon wieder ausgestiegen war. Doch nur zwei weitere Jahre später verließ auch Mantas erneut die Band und da der immer gewissermaßen das kreative Hauptelement der Truppe darstellte, ging es von da an auch musikalisch wieder steil bergab. Die folgenden drei Alben konnten nicht überzeugen und Venom verlegten sich zunehmend darauf, den Mart mit einer Vielzahl von mittelmäßig unnötigen Live- und Best Of-Alben zu überschwemmen, um mit der Marke Venom noch etwas Geld zu verdienen.

      Doch Totgesagte leben länger und nachdem man sich bereits fast damit abgefunden hatte, dass Venom nur noch ihr eigenes Denkmal zerstören und mit etwas anderem auch kaum noch gerechnet hätte, legten die Herren in diesem Jahr mit "From The Very Dephts" ein Album vor, das sich gewaschen hatte und zweifelsohne das beste Machwerk der Vorzeige-Black Metaller seit "Resurrection" darstellt und direkt an die glorreichen Zeiten der Band denken lässt. Es geht also albentechnisch wieder steil bergauf mit Venom und die Live-Shows der Band haben sowieso längst Kultcharakter, da zwar keiner der Musiker wirklich sein Instrument beherrscht, dafür aber bei jeder Show eine derartige Menge an Pyros in den Nachthimmel gefeuert wird, wie sie ansonsten weltweit wohl nur noch Kiss in ähnlichem Umfang aufbieten kann. Man darf also gespannt sein, was von den Engländern in den nächsten Jahren noch zu hören sein wird und ob sie vielleicht auch nochmal für ein paar Live-Auftritte in Deutschland vorbeikommen.



      ACHTUNG: Alles hier geschriebene entstammt meinem Gedächtnis und erhebt daher keinerlei Anspruch auf Vollständig- oder Richtigkeit
      Simon
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